Weibertreu – Blick über das Weinsberger Tal

Die Geschichte der Treuen Weiber befindet sich zuerst in der um 1175 oder 1200 geschriebenen Kölner Königschronik. Vermutungen, sie sei aus den (um 1144 verfassten, verschollenen, aber um 1870 rekonstruierten) Paderborner Annalen übernommen worden, konnten nicht bestätigt werden. Sie scheint dann über Jahrhunderte in Vergessenheit geraten zu sein. Erst um 1500 brachte Johannes Trithemius, Abt des Klosters Sponheim, die Geschichte, die er vermutlich in der Kölner Königschronik entdeckt hatte, wieder in Erinnerung, indem er sie in die Hirsauer Chronik und später in die Hirsauer Annalen aufnahm. Von dort gelangte sie in die Weltchronik des Johannes Nauclerus, die 1516 gedruckt wurde. Die Treuen Weiber erschienen damit zum ersten Mal im Druck und wurden, da das Werk mehrere Auflagen erlebte, in gebildeten Kreisen rasch bekannt. Die Historiker konnten die Geschichte in den folgenden Jahrhunderten zwar bis zur Kölner Königschronik zurückverfolgen, aber darüber hinaus weder sicher belegen, dass sie sich tatsächlich so ereignet hatte, noch, dass sie nur eine phantasievolle Ausschmückung des Kölner Chronisten ist.

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