Station 13 – Alte Linde

13. Alte Linde

Graf von Helfenstein mit mehreren seiner Ritter wird durch die Spieße der Bauern gejagt Ostersonntag 1525. Aus dem Frundsberger Kriegsbuch des Jost Amann, 1525

„Weinsberger Blut-Ostern“

An der Stätte, dem einstigen lindenplatz vor dem Unteren Stadttor, war früher der Waschplatz für die Bürger von Weinsberg und die städtische Tuchbleiche. Hier kam es im Bauernkrieg 1525 zu einer folgenschweren Bluttat.

Nach der Erstürmung der Stadt und des Schlosses Weinsberg durch 6.000 aufständische Bauern am Ostersonntag, dem 16. April 1525, wurde der vorderösterreichische Obervogt von Weinsberg, Ludwig Helferich Graf von Helfenstein, Schwiegersohn des Kaisers Maximilian I., gemeinsam mit mehreren seiner Ritter in der Johanneskirche gefangen genommen, an diesem Platz hier durch die Spieße gejagt und getötet Jene Tat ging als „Weinsberger Blut-Ostern“ in die Geschichte ein. Sie war der psychologische Wendepunkt des Bauernkrieges. Gegen Weinsberg, das die Ritter angeblich nicht ausreichend gegen die Bauern unterstützt hatte, übten die herrschenden Stände furchtbare Vergeltung.

Auf das Urteil des Schwäbischen Bundes wurde die Stadt durch das Bundesheer unter Führung des Hauptmannes Georg Truchsess von Waldburg, genannt „Bauemjörg“, am 21. Mai 1525 niedergebrannt und zum Dorf degradiert.

Am Schauplatz des Spießrutenlaufens musste Weinsberg eine Sühnekapelle errichten. Sie ist zwischenzeitlich abgegangen. Die reich geschnitzte Türe der Sühnekapelle ist im Kernerhaus ausgestellt Die Gerichtslinde, unter der Weinsberg nach jenen Geschehnissen seine Verfahren abhalten musste, war in ihren letzten Überresten bis in das frühe 20. Jahrhundert hinein an diesem Standort zu sehen.

 

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