Festung von Rethymno

Die oberhalb der Stadt Rethymno, auf der Anhöhe Paleokastro (Παλαιόκαστρο) der nördlichen Halbinsel westlich des Hafens, gelegene venezianische Befestigungsanlage heißt nach dem italienischen Namen für ‚Festung‘ heute noch nur Fortezza (Φορτέτζα). Sie wurde nach einem osmanischen Angriff am 7. Juli 1571 durch Uludsch Ali Pascha (Ουλούτζ Αλή, italienisch Occhiali) im Auftrag des Statthalters (Rettore ‚Rektor‘) Alvise Lando durch den Architekten Sforza Pallavicini geplant und nach der Grundsteinlegung am 13. September 1573 zu großen Teilen bis 1578 unter Leitung des Bauingenieurs Gian Paolo Ferrari erbaut, nach vielen Änderungen jedoch erst 1590 vollendet. Zunächst war geplant, die gesamte venezianische Stadt Retimo hinter die Mauern der Fortezza zu verlegen, was aufgrund der zu geringen Fläche innerhalb der Festungsmauern nicht durchgeführt wurde.

Unter den Venezianern war die Festung Sitz der Verwaltung, der Militärbehörden und der römischen Bischöfe und diente als Zufluchtsort für die Bevölkerung der Stadt. Nach der Eroberung Retimos durch die Osmanen am 29. September 1646 und der Kapitulation der Festung am 13. November 1646 wurde die unversehrt übergebene Fortezza weiter ausgebaut. Die innerhalb ihrer Mauern befindliche ‚Oberstadt‘ wurde ab dieser Zeit hauptsächlich von Türken oder von zum Islam konvertierten Kretern bewohnt. Heute ist von den inneren Gebäuden neben Resten der Kathedrale San Nicolo, die dem Heiligen Nikolaus gewidmet war, und einem Teil der Wachhäuser nur noch der ab 1646 auf den der Kathedrale errichtete Kuppelbau der Sultan-Ibrahim-Moschee erhalten. Nach der Unabhängigkeit von den Osmanen wurde das Minarett der Moschee an deren Westseite abgerissen. Die Kuppel wurde jüngst restauriert und bietet innen von jeglichem Verputz befreit dem Besucher einen offenen Blick auf ihre steinerne Konstruktion.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Rethymno

 

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