Ev. Johanneskirche – Altar

Über den Bau der Kirche sind keinerlei Archivalien erhalten, weshalb alle Datierungen aufgrund von Ausgrabungen, Inschriften und kunstgeschichtlichen Erwägungen erfolgen müssen. Die Johannes dem Täufer geweihte Kirche wurde ohne Vorgängerbau wahrscheinlich im Auftrag der Herren von Weinsberg erbaut, eines staufischen Ministerialengeschlechts, das dann auch das Patronatsrecht hatte. Das rechteckige romanische Langhaus mit einem Hauptschiff und zwei Seitenschiffen wurde um 1200/1210 errichtet. Es ist außen mit Bogenfriesen, Fratzen und Ornamenten geschmückt, innen aber fast schmucklos. Der Haupteingang befand sich im Westen, gegen Osten war das Gebäude von einer Mauer abgeschlossen.

Vermutlich um 1230/1240 wurde diese östliche Mauer abgebrochen und stattdessen ein im Grundriss unten quadratischer, weiter oben achteckiger Chorturm angebaut. Das Langhaus mündete nun im Osten in einen erhöhten Chor, den südlich und nördlich zwei Apsiden begleiteten. Als letzter Bauabschnitt wurde um 1350 der gotische Ostchor angefügt. Südlich an diesen wurde später ein weiterer zweijochiger Raum angebaut, der heute als Sakristei genutzt wird. Unbewiesenen Vermutungen zufolge diente dieser Raum ursprünglich als Versammlungsraum für die Priester des Würzburger Landkapitels Weinsberg.

Die gleichzeitig mit der Kirche errichtete Weinsberger Stadtmauer schloss ursprünglich auch die Burg im Nordwesten mit ein. Das auf die Burg ausgerichtete, reich geschmückte Westportal der Kirche war deren Hauptportal. Vermutlich 1332 schlossen die Weinsberger Bürger im Verlauf eines Streits mit den Burgherren die Stadt durch eine neue Stadtmauer im Westen gegenüber der Burg ab, wie Urkunden aus dem Jahr 1375 aussagen.[a 1] Die Kirche, ursprünglich zwischen Burg und Siedlung gelegen, lag nun im nordwestlichsten Winkel der Stadt, durch die Stadtmauer von der Burg getrennt. Zum Haupteingang entwickelte sich ein Zugang im Süden der Kirche (heute die westlichste der drei südlichen Türen).

Nachdem die Stadt 1440 und die Burg 1450 kurpfälzisch geworden waren, ging das Patronatsrecht an die pfälzischen Kurfürsten über, ab 1504 an die Herzöge von Württemberg. Bei der Eroberung Weinsbergs 1504 durch Herzog Ulrich wurde die Kirche beschädigt, die Decke des Ostchors stürzte ein. Bis 1510 wurden die Schäden repariert. Wenig später, bei der Zerstörung der Stadt im Bauernkrieg am 21. Mai 1525, brannte die Kirche aus und wurde danach wieder aufgebaut. Der Turm, beim Weinsberger Blut-Ostern am 16. April 1525 (Ostersonntag) noch Zuflucht einiger Adeliger, büßte beim Wiederaufbau ein Stockwerk ein. Die späteren Zerstörungen der Stadt durch Brände 1707 und 1945 überstand die Kirche unversehrt.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Johanneskirche_%28Weinsberg%29

 

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